laupäev, 10. aprill 2010

"Fraktalia" Kareva


Es war geboren aus der seltsamen, den Unbeteiligten unverständlichen Ehe einer Tänzerin und eines Philosophen;
Aus dem flüchtigen Liebesvereinigung von Schönheit und Wahrheit; aus dem Zusammenklang der Gegensätze inmitten erbleichender, einstürzender Welten.
Auf seiner Stirn bewegten sich Schatten und spielte der Gedanke; in der Grazie seiner Handgelenke verbag sich die königliche Unahnbarkeit.
Blaues Blut, ach, pulsierte in seinen Adern, die unter der fast durchsichtigen Haut mal aufscheinend, mal verschwindend rätselhafte Muster formten. Dieser Rhythmus, diese Ruhe war in ihm und sein – geradezu wie ein Ozean – bodenloses, klares und salziges Geheimnis.
Es kannte weder sich selbst noch seine Wirkung, mit grossen Augen schaute es sein Spiegelbild in den glänzenden Augäpfeln, im Staunen und in der Freude, in der Wut und im Entsetszen der Menschen. Es existierte, das genügte, die Welt schimmerte durch es hindurch und gestaltete die Fantasie.
Einmal, an der Schwelle der Nacht, in einen Drehspiegel blickend begriff es plötzlich: Es war ein Gedicht.

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